Gender

Seit dem Ende des 18. Jh. sind die Beziehungen zwischen Männern und Frauen weltweit in einem Prozess der Neuformierung begriffen. Im Jahr 1791 forderte die französische Revolutionärin Olympe de Gouges in ihrer „Déclaration des droits de la femme et de la citoyenne“ Freiheit und Gleichheit auch für Frauen, und ein Jahr später veröffentlichte Mary Wollstonecraft in Frankreich und den USA die Streitschrift „A vindication of the rights of woman. With strictures on political and moral subjects“. Wollstonecraft kritisierte die Ideen Jean-Jacques Rousseaus, der die Unterschiede der Geschlechter und die Beschränkung der Frauen auf die häusliche Sphäre in seiner Erziehungsschrift „Émile ou de l’éducation“ (1762) als natürlich begründet hatte und hielt dagegen, dass Frauen von Natur aus zu Freiheit und Vernunft befähigt seien, durch die männliche Tyrannei jedoch an der Entfaltung ihrer Potentiale gehindert würden. Seit dieser Zeit fordern Frauenrechtlerinnen und reformorientierte Männer weltweit eine neue Geschlechterordnung auf der Grundlage einer gleichberechtigten Partizipation und einer freien Wahl von Geschlechtsidentitäten. 1979 verabschiedete die Generalversammlung der UN eine „Konvention über die Eliminierung jeder Art von Diskriminierung von Frauen“ (Convention on the elimination of all forms of discrimination against women, CEDAW), die 1981 in Kraft trat und mittlerweile von fast allen Staaten ratifiziert wurde. Erstmals in der Geschichte der Menschheit wurde die Gleichheit der Geschlechter als globales Ziel politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen festgeschrieben.

Der Fokus des Forschungsschwerpunktes liegt auf den Dynamiken der Transformation von Geschlechterordnungen, den multiplen Diskursen um Konstruktionen von Geschlecht und Sexualität sowie den Strategien von Aktivist/innen, die UN-Regularien umzusetzen.