CEDAW on the ground – Transformationen von Geschlechterordnungen in Syrien, Marokko und Palästina

Ziel des Vorhabens ist eine ethnologische Erforschung aktueller Transformationen von Geschlechterverhältnissen in Syrien, Marokko und Palästina, die im Zusammenhang mit der UN-Konvention zur Eliminierung aller Formen von Diskriminierung von Frauen („Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women“, CEDAW) stehen.

Das Projekt soll staatliche und nichtstaatliche Maßnahmen der Umsetzung von CEDAW im Hinblick auf rechtliche, politische und kulturelle Wandlungsprozesse analysieren und dabei dezidiert auf konfiktive Diskurse (religiös vs. säkular, liberal vs. konservativ, national/lokal vs. transnational) fokussieren. Ausgehend von der These, dass Gender als soziale und kulturelle Konstruktion in dynamischen Kontexten entsteht und veränderbar ist (Mae / Saale 2007), werden kulturelle Konzepte von Männlichkeit und Weiblichkeit ebenso in den Blick genommen wie unterschiedliche Formen nationalstaatlicher und religiöser Rhetorik. Ferner soll der Frage nachgegangen werden, auf welche Geschlechtermodelle sich zivilgesellschaftliche Akteurinnen in den jeweiligen Kontexten berufen und wie diese möglicherweise durch Programme internationaler Geberorganisationen beeinflusst werden. Untersucht werden soll weiterhin, ob und unter welchen Umständen Implementierungen von CEDAW Erfolge zeigen, d.h. traditionelle Modelle von Geschlechterungleichheit verändern und Möglichkeiten einer gesellschaftlichen Partizipation von Frauen verbessern, und unter welchen Umständen sie als „westlich“ abgelehnt werden oder sogar neokonservative Gegenbewegungen (islamistische Frauenbewegungen) hervorrufen.