Seminar

Politisierte Religionen. Konfliktdynamiken in der postsäkularen Moderne

Wintersemester 2013/14

Dienstags 10-12

Goethe-Universität, Campus Westend, Casino R. 1.811

Entgegen dem westlichen Modernisierungsparadigma, das Säkularisierung und Individualisierung als zentrale Merkmale der fortschreitenden Entwicklung auszumachen glaubte,  ist es seit den 1980er Jahren in allen Weltreligionen zu einer Renaissance religiöser Normen und Werte gekommen, fordern fundamentalistische Akteure eine Rückkehr zu den vermeintlichen Grundlagen ihrer Religion, machen Front gegen weltliche Verfassungen und versuchen, oft mit Erfolg, ihre Handlungsspielräume in der Öffentlichkeit auszudehnen. Populär sind diese Formen politisierter Religion besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die sich für „heilige Missionen“ begeistern und zu gewalttätigen Aktivitäten gegen diejenigen mobilisieren lassen, die von Agitatoren zu Feinden der gottgewollten Ordnung erklärt werden.

Im Rahmen des Seminars sollen Verzahnungen von Kultur, Religion und Politik sichtbar gemacht und religiös aufgeladene konfliktive Prozesse in westlichen und nichtwestlichen Gesellschaften erörtert werden. Im Mittelpunkt steht die Binnenperspektive politisch-religiöser Akteure, ihre Weltsicht und ihre Rechtfertigungsnarrativen.

Die Veranstaltung ist beschränkt auf Hauptfachstudierende im Fach Ethnologie.

Anmeldungen per E-Mail an s.schroeter@em.uni-frankfurt.de